Irgendwann denke ich mir, dass es Hermes genauso gehen muss.
Wir stampfen vergnügt durch den Wald und lassen uns immer wieder von Sonnen- und Schattenspielen den Weg weisen, ohne viel nachzudenken. Irgendwie kommen wir wieder nach Hause, denke ich fast jedes Mal.
Hermes hält schon mal inne und schnüffelt an einer Pflanze, einem Baumstumpf oder Gebüsch; er kaut ein wenig Gras und wackelt mit dem ganzen Körper, ganz in seiner Welt.
Ich atme tief ein, krempele die Ärmel hoch, nasche Himbeeren oder Brombeeren und freue mich für uns beide.
Und dann denke ich an die Waldbrände.
An die immer stärker werdende Hitze. Daran, dass ich diese nicht ertrage. Und dass ich meine Lieblingswelten nicht an den Brand verlieren möchte. Genauso wenig wie den Planeten.
Zuhause ist für mich immer auch ein Ort bzw. eine Geografie, die ich mir zu Fuß ergangen und ertastet habe, die ich auf dem Fahrrad oder im Boot erkundet habe und wo ich zumindest ahne, wie die Wege verlaufen.
Wo ich weiß, wie der Frühling, der Regen, der Schnee, der Matsch, die Wiesen und Felder riechen, leuchten, klingen, sich verhüllen und wieder auftauchen.
Ich hoffe sehr darauf, mir noch ein paar von diesen Naturheimaten erfühlen zu können.
Mehr müssen sie nicht für mich tun.
Und Hoffnung auf deren Überleben behalten zu können. Das ist mitunter schwierig.
All die kleinen Alltagsschritte, die ich seit langen Jahren im Glauben an die ökologische Zukunft des Planeten vornehme, bringen an sich fast nichts; dadurch erhalte ich lediglich meine Hoffnungsfähigkeit, mehr nicht.
Schreiend kann man kaum jemanden überzeugen, Argumente prallen schon mal an uns allen ab, in unterschiedlichen Ausmaßen, und Brände kann man schnell als katastrophale Ausnahmeerscheinungen umdeuten.
Ich möchte aber wirklich nicht, dass meine Zuhause wegbrennen.
Hermes würde mir zuwuffen.